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   Energiecontracting

1. Contracting im Überblick
 


1. Contracting im Überblick


In der Regel wird unterschieden zwischen:

-  Anlagen-Contracting und
-  Energiespar-Contracting.

Beim ANLAGEN-CONTRACTING möchte der Kunde eine neue Anlage anschaffen, ohne seine Liquidität durch die Investition belasten oder einen Kredit aufnehmen zu müssen. Er bedient sich deshalb eines Contractors, der "stellvertretend" die Anschaffung der Anlage in Verbindung mit der Betriebsführung übernimmt. Der Contractor holt sich dann die Kapitalkosten, Abschreibungen, Betriebskosten und natürlich eine Marge nebst Risikozuschlag zurück, indem er dem Kunden die von der Anlage erzeugte Energie zu langfristig festgelegten Konditionen verkauft, wobei der Kunde eine bestimmte Mindestabnahmemenge gewährleisten (bzw. bei Unterschreitung trotzdem bezahlen) muss.

Anlagencontracting ist dann zu empfehlen, wenn das Unternehmen auch beim besten Willen die Investition nicht selbst finanzieren kann, aber die Anlage unbedingt benötigt. Denn das Contracting ist aufgrund des Risikozuschlages und der Marge des Contractors in der Regel teurer als eine eigene Finanzierung über einen Kredit. Da aber auch der Contracor sein Risiko absichern muss, kommt ein Anlagencontracting ohnehin nur bei 1A-Sicherheiten zustande ... und über die verfügen trotz Überschuldung vor allem der Staat und die Kommunen.

Das ENERGIESPAR-CONTRACTING ist aus Kundensicht deutlich vorteilhafter zu bewerten.

Beim Energiespar-Contracting investiert ein sog. Contractor in Objekten des Auftraggebers ("AG") stellvertretend für diesen in energiesparende Maßnahmen und hält diese instand. Die Refinanzierung der Investitions- und Instandhaltungskosten erfolgt anschließend aus den eingesparten Energiekosten, von denen der Contractor einen Anteil erhält. Der AG spart auf dies Weise Planungs-, Investitions- und Unterhaltungskosten für Energiesparmaßnahmen und kann gleichzeitig seine Energiekosten senken.

Im Rahmen eines Erfolgsgarantie-Vertrages zum Energiespar-Contracting ("Contracting-Vertrag") garantiert der Contractor dem AG einen festen Investitionsumfang sowie eine feste jährliche Mindesteinsparung ("Einspargarantie"). Im Gegenzug erhält der Contractor vom AG einen fest vereinbarten Anteil an der realisierten Energieeinsparung. Zusätzliche Einsparungen aufgrund von Energiepreiserhöhungen kommen in voller Höhe dem AG zugute. Je kürzer die Laufzeit des Contracting-Vertrages ist und je ineffizienter Energiesparinvestitionen in den Objekten des AG sind, desto höher ist der Anteil, der dem Contractor an der Einspargarantie zusteht. Sollte jedoch die vereinbarte Einspargarantie - nach Bereinigung um äußere Einflüsse - in der Praxis nicht erreicht werden, so hat der Contractor dem AG die Differenz zwischen tatsächlicher Einsparung und garantierter Mindesteinsparung jeweils zu erstatten.

Am deutlichsten partizipiert der AG am Energiespar-Contracting bei steigenden Energiepreisen, bei einer langen Restnutzungsdauer der Energiesparinvestitionen nach Ende des Contracting-Vertrages (die Energiesparinvestitionen gehen in das Eigentum des AG über) sowie bei über der Einspargarantie liegenden tatsächlichen Einsparungen (letztere werden zwischen Contractor und AG i.d.R. 50/50 aufgeteilt).

Im Rahmen der Angebotserstellung für einen Energiespar-Contracting-Vertrag ist durch jeden Bieter auf eigene Kosten eine Grobanalyse durchzuführen, auf deren Basis eine vorläufige Einspargarantie ausgewiesen wird. Diese Einspargarantie ist Bestandteil des Angebotes. Der Contractingvertrag wird nach Zuschlagerteilung zunächst auf der Basis dieser schlossen. Erst danach ermittelt der Contractor im Rahmen einer Feinanalyse die verbindlichen Werte für die Einspargarantie. Diese die vorläufigen Werte und werden Vertragsbestandteil.

Der Vertrag ist in zwei Stufen unterteilt:

"Stufe 1" beinhaltet die Durchführung der Feinanalyse durch den Contractor. Diese Feinanalyse ist für den AG (in Höhe des im Angebot genannten Betrages) nur dann kostenpflichtig, wenn (a) sich das in der Grobanalyse prognostizierte Einsparpotential mind. bestätigt UND (b) der AG die Durchführung v. Stufe 2 dennoch ablehnt (dies ist aus nicht definierten sachlichen Gründen möglich).

"Stufe 2" beinhaltet die Umsetzung des Energiespar-Contractings und tritt in Kraft, wenn (a) AG oder Contractor nicht vom Vertrag zurück treten (möglich, sofern sich die Prognosen der Grobanalyse im Rahmen der Feinanalyse nicht bestätigen) UND (b) der AG nicht von seinem Recht zur Ablehnung der Stufe 2 Gebrauch macht.

Auch beim Energiespar-Contracting sind 1-A-Sicherheiten des AG notwendig, so dass auch diese Option wieder in erster Linie für staatliche / kommunale AG in Frage kommt.
 

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